Neue Entwicklungen am Energiesektor und die praktische Umsetzung konnte die 5B der HLBLA St. Florian bei der Besichtigung der Firma Ökofen und der benachbarten Biogasanlage der Wandschamel Bioenergie Mühltal GmbH & Co KEG in Niederkappl kennenlernen. 

Was hat eine landwirtschaftliche Ausbildung mit erneuerbaren Energieträgern zu tun? Viel mehr, als die meisten Menschen vermuten. Neben Solarenergie, Wasser- und Windkraft spielt die Energie aus Biomasse eine wesentliche Rolle bei der Umgestaltung unserer Energieversorgung, weg von fossilen hin zu erneuerbaren Energieträgern. Diese Biomasse wird von Landwirten produziert - Holz für die Herstellung von Scheitholz und Hackschnitzel, grüne Biomasse, wie Mais- und Grassilage für Biogasanlagen, Getreide als Grundlage für die Bioethanolherstellung oder Ölpflanzen zur Herstellung von Pflanzenölen für die Treibstoffproduktion. 

Im Rahmen des Unterrichtsgegenstandes „Erneuerbare Energie und nachwachsende Rohstoffe“ wurde die Exkursion zum führenden Betrieb der Pelletsheizkesselproduktion – Ökofen - und zum elterlichen Betrieb eines Schülers der Klasse – Wandschamel Bioenergie Mühltal GmbH & Co KEG - organisiert. Dieser betreibt eine Biogasanlage, die zu einem Großteil mit Grassilage beschickt wird. 

Bei beiden Exkursionspunkten lag der Fokus auf der Herstellung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energieträgern. Während herkömmliche Heizkessel nur Wärme für die Heizung und Warmwasser herstellen, verfolgt die Firma Ökofen das Konzept des energieautarken Hauses. Dafür wurde ein Heizkessel entwickelt, der mit einem Stirlinggenerator ausgestattet ist. Dadurch wird gleichzeitig mit der Wärme auch Strom erzeugt. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage und einer Speicherbatterie kann sich der Haushalt fast zur Gänze selbst mit elektrischer Energie versorgen. 

Die Biogasanlage der Wandschamel Bioenergie Mühltal GmbH & Co KEG hat eine elektrische Leistung von 250kW und eine thermische Leistung von ca. 300 kW. Die Wärme ist schwer transportierbar und muss daher vor Ort verwendet werden. Durch Trocknen verschiedener landwirtschaftlicher Produkte, wie Hackschnitzel und Mais ist die Anlage ganzjährig ausgelastet. Der Strom wird zur Gänze ins Netz eingespeist und versorgt mehr als 1000 1-Personen-Haushalte. 

Beide Betriebe zeigen, dass erneuerbare Energie Arbeitsplätze und Wertschöpfung in ländliche Regionen bringt und zur Unabhängigkeit von Erdöl beiträgt. Diesen Weg müssen wir konsequent beschreiten, damit die erforderlichen Klimaschutzziele erreicht werden können.

Die SchülerInnen der HLBLA St. Florian werden auf die Schlüsselrolle, die die Landwirtschaft dabei spielt, gut vorbereitet.